Sooo! Nach gefühlten hundert Tagen habe ich endlich Internet und Freizeit!
Ich fange am besten von vorne an, denn in 7 Stunden muss ich schon wieder aufstehen und sonst wird das nichts!
Aaaalso nun der Bericht voller Rechtschreibfehler:
Als meine Eltern mich am Donnerstage zum Bahnhof brachten und wir erfuhren, dass mein Zug, welcher erst in einer halben Stunde oder noch später kommen sollte, schon 10min verspätung hatte und ich Gefahr laufen würde, den Nachtzug nach Kopenhagen nicht zu bekommen, hasteten wir schnell zum Gleis, auf dem etwa eine Minute später der vorherige ICE einfuhr, welcher ebenfalls 35min zu spät war!!! (DB)
So blieb leider keine Zeit für Verabschiedung (und das ist wirklich blöd!!!) und ich saß viel zu früh und noch nicht wirklich bereit im falschen ICE zum richtigen Ziel...
In Fulda angekommen traf ich auch schon Nils (der aus demselben verspäteten Zug stieg) und wir hievten mein Gepäck auf einen Gepäckwagen, damit es mir möglich war die etwa 50kg, verteilt auf vier Taschen, zu bewegen.
Wir saßen also an unserem Gleis und wunderten uns langsam über den noch immer dort stehenden, kaputten alten Zug, bis wir dann zufällig mitbekamen, dass der Nachtzug auf ein anderes Gleis verlegt wurde.
Durchgesagt wurde nichts und es waren auch keinerlei Bahnmitarbeiter mehr am Bahnhof vorzufinden. Einziger Hinweis war die Schrift auf der Tafel am Gleis...
Zusammen mit Moritz und Clara,(Claras Zug hatte verspätung...) die wir dann am Gleis trafen, wollten wir motiviert in den Zug einsteigen und es uns in unserem Liegeabteil gemütlich machen.
Wollten.
Denn schon bevor wir einsteigen waren die Stauräume des Abteils von 3 Personen (Martin und zwei Fremden) vollkommen ausgefüllt.
Etwa eine halbe Stunde später gelang es uns dann aber doch sämtliche Koffer unterzubringen. Opfer wurde dabei eine Liege, die ihren Sinn als Schlafmöglichkeit verlor und fortan als Regal für Koffer diente.
Martin schlummerte die ganze Zugfahrt mehr oder weniger tief und auch Moritz verzog sich relativ bald in das Abteil um ein wenig Schlaf abzubekommen.
Nils und ich saßen noch bis etwa 1 Uhr nachts im Bistro und spielten Karten und redeten.
Dann beschlossen wir uns eine Runde aufs Ohr zu legen bevor wir um 4 Uhr Nachts Johann beim Koffer tragen helfen wollten, welcher in Hamburg zustieg (seine Züge hatten übrigens verspätung).
Da nur noch eine Liege frei war und das Abteil alles andere als geräumig war, beschlossen wir auf dem Flur zu schlafen.
Während Nils langsam in Morpheus Arme glitt scheiterte ich kläglich bei dem versuch.
Nach einer halben Stunde wachseins wollte ich es doch einmal mit der Liege versuchen und war auch froh über die dort bereitliegende Decke.
Weniger froh war ich jedoch über mehrstimmiges leises Geschnarche, das regelmäßige Vorbeirauschen der Güterzüge und ans Bett treten meines „Oberen“ Nachbarn...
So kam es das ich weitere zwei Stunden hellwach in einem dunklen Abteil lag und dem Schnarchen lauschte. Dann weckte ich Nils, denn es wurde Zeit Johann abzuholen....Dachten wir...
Nach einer halben Stunde verspätung war es dann soweit und Nils ging wieder schlafen. Diesmal allerdings IM Abteil.
Johann und ich blieben schlaflos im Bistro sitzen. Die ganze Nacht, bis dann am frühen Morgen Wiebke einstieg und welche uns, mit ein paar Stunden Schlaf Intus, ein wenig auf Trab hielt.
Nach und Nach kamen dann auch die anderen ins Bistro und irgendwann kamen wir dann auch in Kopenhagen an.
(Mittlerweile ist der nächste Tag und ich habe gerade frei....ich wollte gestern doch lieber schlafen ;) )
Das Haus, in dem das Seminar stattfindet und in dem ein großer Teil der Freiwiligen untergebracht ist, erinnert ein wenig an Hogwarts. Es ist riesig und hat anscheinend mehr Ausgänge als Eingänge. Desweiteren findet man immer mal wieder Türen verschlossen oder vorher verschlossene Türen plötzlich offen vor und die Fahrstühle kommen nach Lust und Laune.
Verlaufen ist also kein großes Problem und es dauert manchmal bis zu 5min um von einem Stockwerk ins andere zu gelangen.
Das Seminar an sich ist sehr interessant aber auch sehr anstrengend, da in dem Programm keine Pausen eingeplant zu sein scheinen.
Wir sind 38 Leute aus 18 Nationen (Frankreich, Littauen, Lettland, Polen, Norwegen, Deutschland, Ungarn, Armenien, Russland, Holland. Ukraine, Österreich, Finnland, Spanien, Dänemark, Rumänien, Kenia und eine die ich nicht vergessen habe) und haben eine Menge Spaß beim kommunzieren ;)
Unsere Wohnung ist im Herzen Kopenhagens und groß genug um sich nicht gegenseitig auf die Nerven zu gehen.
Es gibt zwei riesen Zimmer und ein winziges (meins) aber ich fühle mich hier (noch) sehr wohl, alleine schon, weil ich einen Kleiderschrank habe, der fast so groß ist wie mein ganzes Zimmer.
Ich hoffe auch, dass es so bleibt.
Durch die zentrale Lage lässt es sich leider nicht verhindern, dass man Abends bei allen Partys indirekt dabei ist. In meinem Zimmer ist es zwar ruhiger, aber ganz ausblenden kann man das nicht. Aber ich denke daran gewöhnt man sich schnell.
Am zweiten Abend waren wir erst einmal im Tivoli und konnten mit allem fahren, was wir wollten.
Die Achterbahnen und der FreeFall Tower sind ein Traum und auch der Freizeitpark selbst ist einfach total schön.
Das Wetter ist warm, die Sonne scheint und die Hafenrundfahrt, auf der wir Kopenhagen von der See aus betrachten konnten war auch schön. Auch wenn die meisten viel zu müde vom Tivoli-Abend waren.
Die Müdigkeit ist momentan sowieso ein großes Problem, wir zum einen sehr viel Programm haben und deshalb immer sehr spät schluss haben (und sehr früh anfangen) und zum Anderen müssen Inga Martin und ich jeden Morgen erst einmal mit der Metro zum Seminar fahren und das bedeutet NOCH früher aufstehen.
Die Metro ist aber sehr cool und da sie ohne Fahrer ist kommt man sich vor wie in einem der Simulatoren in den Freizeitparks. Man fährt durch lauter Röhren und ab und zu kommt dann eine Glaswand hinter der sich die Metrostation verbirgt.

Allerdings werden wir (falls wir keine Tickets bekommen sollten) eher selten Metro fahren, denn das Leben hier ist schon teuer genug.
Für eine Packung Toast, ein Päckchen Scheibenkäse und eine kleine Packung Margerine zahlten wir fast 10 Euro und wir weigerten uns für weitere 5 Euro ein Glas Nutella zu kaufen.
So bestand unser Erstes (und Zweites....und vermutlich auch Nächstes) Frühstück aus Toast mit Butter und wahlweise Käse oder Kakaopulver.
Aber was solls, die Kaffeemaschine funktioniert und wir haben ja auch noch Proviant von der Fahrt (Danke Mama, Papa und Anna ;) )
Die 14 Euro für Automatenpassbilder mussten einige dann doch bezahlen um dann heute die Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen.
Heute haben alle Freiwilligen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten unser Jugendcafé besucht und Martin und ich haben später noch erfahren, dass wir mit Christine, Uffe, mit welchen wir ein Team bilden werden und dem Besitzer des Cafés in zwei Wochen für 3 Tage in ein Sommerhaus ziehen werden, wo wir Zeit haben uns kennen zu lernen um das Jahr gut zu überstehen :D
Darauf freuen wir uns natürlich schon wahnsinnig.
Die nächsten Tage bis zum Freitag sind gefüllt mit Sprachkursen, Filmabenden (dänisch natürlich), Kulturschnuppern, Gospelworkshops (wir singen wie Engel wurde uns gesagt hehe), verschiedenen kleinen Einheiten und natürlich den regelmäßigen Kaffeepausen die auch ruhig um halb 10 Uhr Abends sein können.
Ab Montag beginnt dann unser regulärer Arbeitsalltag.
Soo.....ich habe bestimmt noch viel vergessen aber auch schon massig erzählt.
Das Internet verdanken wir einer Studentenwg im unteren Geschoss des Hauses und auch die restlichen Mitbewohner (wir haben noch nicht alle kennengelernt, denn als wir uns vorstellen wollten waren nur wenige da) sind sehr sehr nett.
Ich denke also dass es damit keine Probleme geben wird.
Mit diesen Worten beende ich jetzt mal diesen kurzen und knappen Bericht und wünsche euch eine wunderbare Zeit und genausoviel Spaß wie ich ihn momentan habe.

Hey,
AntwortenLöschendas klang ja nach sehr viel Spaß :D
Nein, ich freu mich, dass es dir gefällt...
Ich wünsche dir eine wirklich schöne Zeit :)
Und ich werde dein Tun ja nun beobachten können (vorrausgesetzt du schreibst hier weiter)...
Liebe Grüße
Eva